HILFEAUFRUF

Hiddenseer Künstler in Not

 

Von den Einschränkungen der Öffentlichkeit im Zuge der Corona-Krise ist gegenwärtig auch und ganz besonders das künstlerische und kulturelle Leben auf der Insel Hiddensee betroffen. Veranstaltungen können nicht stattfinden, Ausstellungen und Galerien fehlen die Besucher, der Verkauf von Kunst droht zum Erliegen zu kommen. Auch mussten geplante Führungen und Lesungen abgesagt werden, was für die Veranstalter gerade in diesen sonst so besucherstarken Monaten ein besonders schmerzlicher Verlust ist.

Damit entgeht den Künstler*innen und Kulturschaffenden ein Großteil ihres Einkommens. Denn sie leben von den Einnahmen bei Veranstaltungen, Lesungen und Führungen, sowie dem Verkauf ihrer Werke. Diese Möglichkeit ist ihnen nun bis auf weiteres genommen. Und auch wenn sich die Insel wieder für Besucher öffnet – den Zustrom wie in den vergangenen Jahren wird es diesmal mit Sicherheit nicht geben.

Um die Betroffenen in dieser schwierigen, ja existenzbedrohenden Lage zu unterstützen, sind hier einige Adressen zusammengestellt, an die man sich wenden kann, um die Möglichkeit einer Unterstützung zu erkunden. Ob man spenden oder (online) kaufen, Gutscheine erwerben oder sich zunächst nur mal Informationen verschaffen will – wer auch immer helfen will, sollte das tun.

Hiddensee soll die Künstlerinsel bleiben, die sie immer schon war.

Susanne Schwarz, Fotografie:  http://neuentwurf.schwarzfotografie.de

Ulrike Northing, Malerei:   https://www.ulrike-northing.de

Ute Laux, Malerei:    https://www.utelaux.de

Jo Harbort, Bildhauer: http://joharbort.com

Torsten Schlüter, Malerei:  https://www.torsten-schlueter.de      

Marion Magas, Führungen und Bücher:   http://hiddenseekultur.de

Ute Fritsch, Führungen, Bücher, Druckerzeugnisse: https://www.kuenstlerinsel-hiddensee.de

Seebühne Hiddensee: http://theater.hiddenseebuehne.de

Gerhart-Hauptmann-Haus: https://www.hauptmannhaus.de

Eggert-Gustavs-Museum: https://www.eggert-gustavs.de

Homunkulus Figurensammlung: http://www.homunkulus.de

Ergänzungen sind willkommen und können unter info@kunstverein-hiddensee.de angemeldet werden.

Hiddensee, im April 2020

Kunstverein Hiddensee e. V.,
Zum Hochland 7,
18565 Kloster, Seebad Insel Hiddensee

PRESSEMITTEILUNG DES KUNSTVEREINS HIDDENSEE E.V.

Kunst braucht Unterstützung

 

Am 21. und 22. September 2019 fand auf der Insel Hiddensee das 7. Äquinoktium des Kunstvereins Hiddensee e. V. statt. Den hundertsten Jahrestag der Gründung des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“ nahm der Verein zum Anlass, zu mehreren Vorträgen und einer Gesprächsrunde einzuladen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, wie es heute um die Künstlerinsel Hiddensee, sowie andere Künstlerkolonien des Ostseeraumes wie Schwaan und Ahrenshoop bestellt ist.

Übereinstimmend wurde festgestellt, dass hier eine große Diskrepanz herrscht: einerseits der Ruf der jeweiligen Kolonie als Tourismusmagnet, andererseits die Lebens- und Arbeitsbedingungen, denen die Kunstschaffenden hier ausgesetzt sind. Es fehlt an bezahlbaren Wohn- und Arbeitsräumen, behördliches Engagement ist rar oder bleibt ganz aus und muss durch privates Sponsoring ersetzt werden, welches auch nicht per se gewährleistet ist.

Allgemein – mit großer Besorgnis zu beobachten auf Hiddensee – scheint an den maßgeblichen Stellen das Bewusstsein dafür zu fehlen, dass Kunst kein simpler Wirtschaftsfaktor ist, der Einnahmen generiert; dass sie auf Unterstützung und Förderung angewiesen ist und dass es mehr bedarf als der Hervorhebung glorreicher Vergangenheiten, um eine lebendige Kunst- und Kulturszene am Leben zu erhalten, die Besucher anzieht und so auf ihre Weise dem Tourismus dient. Deutlich wird dies gerade wieder angesichts der Zuwendungen von Land und Gemeinde für das in seinen kulturellen Darbietungen doch sehr einseitige Landeserntedankfest Mecklenburg-Vorpommern 2019 auf Hiddensee. Da müssen sich die Verantwortlichen die Frage gefallen lassen, ob so eine ausgewogene Kulturförderung aussieht.

Um die Kunst- und Kulturszene unserer Region am Leben zu erhalten, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, müssen das Land M-V und die Kommunen beweisen, dass sie bereit sind, auch in dieser Hinsicht eine aktiv unterstützende Politik zu betreiben und deren Steuerungsprinzipien offenzulegen. Im Verborgenen schlummernde Möglichkeiten genügen nicht, sie müssen konkret angewandt werden. Tourismuswerbung wird unglaubwürdig, wenn sie nur an vergangene Zeiten erinnert und nicht auch die Gegenwart lebender Künstlerinnen und Künstler einbezieht.

Künstlerinnen und Künstler brauchen Klarheit darüber, dass man willens und in der Lage ist, sie in ihrem oft schwierigen Existenzkampf nicht alleine zu lassen. Profitieren davon können alle: Bewohner, Gemeindeverantwortliche, Besucher, das Land.

Hiddensee, im September 2019
Kunstverein Hiddensee e. V.,
Zum Hochland 7,
18565 Kloster, Seebad Insel Hiddensee